Hinter den Schubladen der alten Kommode warten Geschichten, Gedanken, Briefe und kleine Entdeckungen. Fundstücke, die ihren Weg in diesen Raum gefunden haben – und vielleicht von hier aus ihren Weg weiter zu dir.

Manche Dinge finden wir genau dann, wenn wir aufgehört haben, nach ihnen zu suchen.

Im hinteren Teil des Ladens steht eine alte Kommode.

Viele Schubladen.

Manche gross.

Manche klein.

Auf jeder Schublade steht eine Nummer.

Die meisten Besucherinnen bleiben irgendwann davor stehen.

Vielleicht aus Neugier.

Vielleicht wegen der vielen kleinen Schilder.

Vielleicht einfach, weil etwas ihre Aufmerksamkeit geweckt hat.

Wer eine Schublade öffnet, weiss nie genau, was sie bereithält.

Manchmal wartet dort eine Geschichte.

Manchmal ein Brief.

Manchmal ein Gedanke.

Manchmal ein Satz, der einen Augenblick länger begleitet.

Manchmal etwas, das sich nicht so leicht beschreiben lässt.

Etwas, das berührt.

Etwas, das ein Lächeln mitbringt.

Etwas, das noch eine Weile bleibt.

Jedes Fundstück hat seinen eigenen Weg in diesen Raum gefunden.

Und vielleicht findet es von hier aus seinen Weg weiter.

Manchmal geschieht dabei etwas Unerwartetes.

Eine Besucherin öffnet eine Schublade.

Liest ein paar Zeilen.

Und erkennt darin etwas, das ihr vertraut vorkommt.

Eine Erinnerung.

Eine Sehnsucht.

Einen Gedanken.

Etwas, das schon lange in ihr gelebt hat.

Vielleicht liegt genau darin das Geheimnis dieses Raumes.

Die Fundstücke möchten entdeckt werden.

Wie kleine Schätze, die am Wegesrand liegen.

Nimm dir Zeit.

Öffne eine Schublade.

Und schau nach, welches Fundstück heute seinen Weg zu dir findet.

Rahel



Fundstück Nr. 1 – der vergessene Zettel

Fundstück Nr. 2 – der nie abgeschickte Brief

Fundstück Nr. 3 – das Schlüsselband ohne Schlüssel