
Der Raum zwischen euch – wenn das Alte nicht mehr trägt
28. Dezember 2025Es gibt eine Zeit im Leben,
da funktioniert der Körper einfach.
Man setzt sich ein Ziel.
Man bleibt dran.
Und irgendwann bewegt sich etwas.
Viele Frauen kennen das.
Und viele merken irgendwann:
Das gilt nicht mehr.
Nicht abrupt.
Nicht mit einem klaren Schnitt.
Sondern leise.
Der Körper reagiert anders.
Träger. Eigenwilliger.
Als hätte er begonnen, eigene Regeln aufzustellen.
Was früher über Disziplin möglich war,
lässt sich heute nicht mehr steuern.
Und genau das ist oft der schwierigste Teil.
Nicht das Gewicht.
Nicht die Veränderung an sich.
Sondern die Erkenntnis:
Ich kann mich nicht mehr einfach durchsetzen.
Wenn alte Strategien nicht mehr greifen
Viele Frauen haben erlebt,
dass Willenskraft ein verlässlicher Weg war.
Auch im eigenen Körper.
Abnehmen. Durchhalten. Anpassen.
Ein klarer Plan – und es ging vorwärts.
Wenn das plötzlich nicht mehr funktioniert,
entsteht Verunsicherung.
Man fragt sich:
- Was mache ich falsch?
- Warum reicht das nicht mehr?
- Warum reagiert mein Körper nicht mehr wie früher?
Und oft entsteht daraus ein stiller Kampf.
Nicht laut.
Aber zäh.
Und erschöpfend.
Ein Punkt, den viele in den Wechseljahren erleben
Viele Frauen begegnen diesem Bruch in den Wechseljahren.
Nicht unbedingt als klar benennbares Ereignis.
Sondern als schleichende Verschiebung.
Der Körper verändert sich.
Und mit ihm das Verhältnis zu Kontrolle, Planung und Selbstverständlichkeit.
Was früher möglich war,
lässt sich nicht mehr abrufen.
Nicht, weil etwas fehlt.
Sondern weil sich etwas neu ordnet.
Das ist kein Versagen. Und kein Zeichen von Schwäche.
Es ist kein Mangel an Disziplin.
Und kein persönliches Scheitern.
Es ist ein Übergang.
Ein Abschnitt, in dem der Körper nicht mehr formbar sein will,
sondern wahrgenommen werden möchte.
Nicht optimiert.
Nicht korrigiert.
Nicht überlistet.
Das ist ungewohnt.
Vor allem für Frauen,
die sich lange als handlungsfähig erlebt haben.
Der kurze Griff nach schnellen Antworten
In solchen Phasen tauchen viele Angebote auf.
Hilfsmittel. Versprechen. Abkürzungen.
Dinge, die suggerieren: Du musst nur das Richtige finden.
Es ist menschlich,
sich davon kurz anziehen zu lassen.
Nicht aus Leichtsinn.
Sondern aus dem Wunsch heraus,
wieder Halt im eigenen Körper zu spüren.
Oft bleibt danach Ernüchterung zurück.
Und die leise Erkenntnis:
Das hat mich nicht näher zu mir gebracht.
Es mag Dinge geben, die kurzfristig entlasten.
Doch der eigentliche Umgang lässt sich nicht delegieren.
Lebensharmonie bedeutet nicht Kontrolle
Lebensharmonie entsteht nicht nur dort,
wo alles funktioniert.
Manchmal entsteht sie dort,
wo wir aufhören zu kämpfen.
Wo wir anerkennen,
dass sich etwas verändert hat –
auch wenn wir es nicht gewählt haben.
Nicht alles lässt sich bewegen.
Nicht alles lässt sich zurückdrehen.
Und nicht alles verlangt nach einer Lösung.
Manches verlangt nach Ehrlichkeit.
Ein Innehalten, kein Ziel
Dieser Text will nichts erklären.
Und nichts lösen.
Er ist kein Ratgeber.
Und keine Anleitung.
Vielleicht ist er nur ein stiller Moment des Wiedererkennens.
Ein Gedanke, der sagt:
Du bist nicht falsch.
Dein Körper auch nicht.
Und vielleicht beginnt genau dort
ein anderer Umgang mit sich selbst.
Ohne Druck.
Ohne Plan.
Ohne Versprechen.






