🌿 Der Horizont der Weite

Manchmal verändert sich nichts –
und doch ist alles weiter.

Der Wald liegt hinter dir.
Nicht abrupt.
Nicht als Abschied.
Er ist noch da.
Aber er hält dich nicht mehr so nah.

Vor dir eröffnet sich ein Horizont.
Kein Versprechen.
Nur Raum.

Der Horizont der Weite ist kein Ort,
an dem man ankommt.
Er ist der Moment,
in dem dein Blick weiter reicht
als deine Gedanken.

Vielleicht stehst du still.
Vielleicht gehst du weiter.
Beides fühlt sich richtig an.

Hier wird nichts enger.
Hier muss nichts gehalten werden.

Gedanken dürfen kommen
und weiterziehen.
Gefühle dürfen auftauchen
und wieder leiser werden.

Der Horizont fragt nicht,
wer du bist
oder wohin du willst.

Er verlangt keine Entscheidung.
Er drängt nicht.

Vielleicht spürst du Abstand.
Nicht kalt.
Sondern klar.

Vielleicht spürst du Ruhe.
Nicht schwer.
Sondern weit.

Vielleicht ist da einfach nur
Luft zwischen dir
und allem, was eben noch nah war.

Der Horizont bleibt,
auch wenn du weitergehst.
Er verschwindet nicht,
wenn du dich wieder dem Wald zuwendest.

Er ist kein Zustand,
den man festhält.
Eher ein innerer Raum,
den man wiedererkennt.

Manche nennen das Weite.
Andere nennen es
einen Moment ohne Enge.

Vielleicht trägt dieser Moment einen Namen,
den du heute nicht kennen musst.

Rahel und Liora